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Asthma und StressEtwa 20-35% asthmatischer Patienten erleben eine Verschlimmerung ihrer Symptome durch Stress. Bisher sind die biologischen Mechanismen und psychologischen Faktoren bei diesen Vorgängen noch nicht vollständig erfasst. Die Autoren untersuchten in einem Mausmodell, inwieweit psychologischer Stress fähig ist, Atemwegsentzündungen und Atemwegsempfindlichkeiten gegenüber Metacholin zu modulieren. Drei oder sieben Tage lang wurden die Tiere einmal täglich Stress ausgesetzt. Als Stressoren galt das Einsperren in einen sehr engen Käfig oder Schwimmen in einem 15 cm tiefen Wasserbecken. Nach Immunisierung mit dem Antigen Ovalbumin wurde dann plethysmographisch die Atemwegsempfindlichkeit überprüft sowie die bronchoalveoläre Lavage untersucht (Zytokine, Zellzahl).
Es zeigte sich, dass sich die Atemwegsempfindlichkeit nicht veränderte. Entzündungszellen und die Zytokine IL-6, IL-9 und IL-13 waren jedoch nach Kurzzeitstress (drei Tage) erhöht, nicht aber nach sieben Tagen.
Kommentar:
Die Studie nähert sich in einem interessanten Ansatz dem weiten Feld psychologischer Zusammenhänge zum Immunsystem. Es wird dabei offensichtlich, dass Kurzzeitstress andere Mechanismen auslöst als Langzeitstress. Verwunderlich ist, dass sich keine Veränderung der Atemwegsempfindlichkeit messen ließ. Allerdings sind hier auch die Unterschiede zwischen Maus und Mensch zu beachten sowie die Effekte chronischer Krankheit. Möglicherweise verschlimmert Stress beim Asthmatiker die Symptome, weil die chronische Entzündungsantwort verändert wird. Erst weitere Untersuchungen werden hier Klarheit bringen.
Forsythe P, Ebeling C, Gordon JR, Befus AD, Vliagoftis H: Opposing effects of short- and long-term stress on airway inflammation. Am J Respir Crit Care Med 2004; 169: 220-226
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