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Kommentar zur Grenzwertempfehlung für Holzstaub

Das 'Scientific Committee on occupational exposure limit' (SCOEL) hat im Juni 2002 für Holzstaub einen gesundheitsbasierten Grenzwert von 0,5mg/m3 empfohlen. Grundlage waren dabei Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege, nicht aber Krebs. Der Beitrag informiert, warum nach Einschätzung der Autoren ein Grenzwertvorschlag auf der Basis der vom SCOEL ausgewerteten Studien nicht sinnvoll ist.

Bei der Verarbeitung von Holz entstehen Holzspäne und zu einem sehr geringen Anteil Holzstaub. Bei Letzterem wird aufgrund der Partikelgröße zwischen einatembarem, thorakalem und alveolengängigem Staub unterschieden. Der größte Anteil entfällt dabei auf den einatembaren Staub, der in Mund und Nase verbleibt. Die beiden anderen Bestandteile gelangen bis in die unteren Atemwege. Für Erkrankungen der oberen Atemwege wird die Menge an einatembaren Staub für die Festlegung des Expositionslimits verwendet, für die unteren Atemwege der Staub mit einer geringeren Teilchengröße. Die Messungen der Konzentrationen von Holzstaub in der Luft erfolgen in der Regel entweder durch stationäre oder personenbezogene Probensammler. In Deutschland wird ein sogenanntes Gesamtstaub-Probenahmesystem (GSP) eingesetzt, das auch der Europäischen Norm 481 (seit Herbst 1993 gültig Norm EN 481 "Arbeitsplatzatmosphäre: Festlegung der Teilchengrößenverteilung zur Messung luftgetragener Partikel") entspricht. Bei der Grenzwertempfehlung der SCOEL wurden jedoch Arbeiten ausgewertet, bei denen ein Milliporesammelgerät eingesetzt wurde. Dieses hat jedoch eine niedrigere Ansaugrate und eine andere Probencharakteristik und entspricht nicht der EN 481.

Vergleichsmessungen des BIA haben gezeigt, dass mit der Millipore Probennahme 30% niedrigere Werte gemessen wurden als mit dem GSP-Gerät. Die Holzstaubkonzentrationen am Arbeitsplatz wurden durch die arithmetischen Mittelwerte nur unzureichend charakterisiert, außerdem gibt es keine Informationen über die Verteilung der Holzstaubkonzentrationen.

Die Verteilung der Messergebnisse wurde nicht richtig charakterisiert, was in vielen Fällen zu niedrigeren Expositionen führte. Des weiteren ist eine Unterscheidung zwischen leichten und schweren gesundheitlichen Wirkungen diagnostisch nur schwer möglich und eine Dosis-Wirkungsbeziehung fehlt. Die kalkulierten Werte sind gesundheitsbezogen, orientieren sich jedoch nicht an dem technisch Möglichen. Deshalb gehen die Autoren davon aus, dass ein Grenzwertvorschlag auf dieser Grundlage nicht möglich ist.

Schulze J, Brüning T, Donhuijsen K, Pesch B, Raulf-Heimsoth M, Schröder HG, Wolf J: Comments on the recommendation of the scientific committee on occupational exposure limits (SCOEL) for wood dust. Gefahrstoffe – Reinhaltung der Luft 2003; 3:99-104
MZ
Ruhr-Universität Bochum  

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