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Stress und Immunsystem
Das Herz pocht, der Atem geht schneller, der Blutdruck steigt, die Verdauung hat Pause, dafür sind die Muskeln gut durchblutet und voller Spannkraft. Der Körper bereitet sich auf Kampf und Flucht vor. Als Reaktion auf einen Stressor werden körperliche Prozesse in Gang gesetzt, die dem Individuum helfen sollen, mit dem Stress fertig zu werden.
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| Stress ist mittlerweile der tägliche Begleiter des modernen Menschen. Welche negativen Folgen dies auf unser Immunsystem haben kann, zeigt ein Artikel von Padgett et al.. |
Das Zusammenspiel von Nerven- und Hormonsystem ermöglicht Mensch und Tier kurzzeitige Höchstleistungen. Die langfristige Aktivierung der Stress-Antworten führt jedoch zu chronischer Produktion von Glucocorticoid-Hormonen und Katecholaminen. Dies bewirkt eine ganze Kaskade an Reaktionen. Veränderungen in der Genexpression können dabei auch das Gleichgewicht der Immunantwort stören. Dabei sind es sowohl große als auch kleinere stressreiche Ereignisse, die negative Effekte auf eine Vielzahl immunologischer Mechanismen haben. Zum Beispiel wurde bei Examenskandidaten festgestellt, dass der Stress und die soziale Unterstützung den Virus-spezifischen Antikörpertiter und die T-Zellantwort bzgl des Hepatitis-B-Impfstoffs beeinflusste. Ebenso zeigte sich eine geringere Antikörperbildung durch die Influenza-Impfung bei Personen, die die stressreiche Aufgabe hatten, einen an Alzheimer erkrankten Partner zu pflegen. Padgett und Glaser machen deutlich, dass das Neuroendokrine- und das Immunsystem fein aufeinander abgestimmt sind. Störungen auf jeder Ebene, können zu einem Ungleichgewicht im Körper führen, das sich letztlich in erhöhter Anfälligkeit für Infekte und Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen äußert.
Kommentar:
Die interessante Übersicht fokussiert sich auf Glucocorticoidhormone und Katecholamine als zwei wesentliche Mediatoren zwischen Stresseffekten und Immunsystem. Darüber hinaus sind aber noch andere physiologische Pfade in dieses Zusammenspiel involviert. Zu erwähnen wären hier endogene Opioide, das Neuropeptid "Substanz P" und verschiedene Protein-Protein-Interaktionen. Die Forschung befindet sich hier in einem fortlaufenden Erkenntnisprozess. Klar ist aber, dass ein stressreiches Leben die Gesundheit eines Individuums beeinflussen kann und zwar auch in immunologischer Hinsicht. Der Review von Padgett und Glaser vermittelt eine Idee davon, wie komplex die zu Grunde liegenden Mechanismen sind.
Padgett D, Glaser R: How stress influences the immune response. Review. Trends Immunol 2003; 24: 444-448
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