Seide
Allergien durch Naturseide
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zusammengefasst von M. Raulf-Heimsoth und M. Zaghow

Als Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen dem BGFA und den Berufsgenossenschaften, soll hier die Kooperation mit der Textil- und Bekleidungs-BG auf dem Gebiet der Naturseidenallergien vorgestellt werden. Hierzu fassen wir zwei Artikel zu diesem Thema von G. Kraus (1) und F. Papenfuß et al. (2) zusammen.

Einleitung
Seit mehr als 5 Jahrtausenden verwendet der Mensch Naturseide. Als Ausgangsmaterial für die Seidenherstellung dienen die mit Seidenfäden umsponnenen Kokons.Seidenkokon nach Einspinnen der Raupe und bei beginnender
Verpuppung (Foto: Prof. Dr. med. Wüthrich)Die Rohseidenfasern aus diesen Kokons bestehen aus eiweißhaltigen Fäden (Fibroin), die von Seidenbast (Sericin) als Kittsubstanz umgeben und verklebt sind. Arbeitsbedingte Naturseidenallergien wurden zuerst in Japan und Indien beschrieben. In diesen Ländern und in China fanden sich am häufigsten allergische Atemwegserkrankungen durch die Inhalation der entstehenden Dämpfe bei den sogenannten "Seidenkochern". Dabei reagierten die Arbeiter auf Abfallprodukte wie Puppen, Kokonbestandteile, Seidenbast, Insekten und Flügelbestandteile bzw. Exkremente des Seidenspinners. Allergien durch den eigentlichen Seidenfaden sind hingegen nicht bekannt, weder bei der Herstellung noch beim Tragen von Textilien aus Naturseide.

Dagegen wurde mehrfach über wildseidenbedingte Inhalationsallergien durch Bettdecken berichtet. Als "Wildseide" wird – im Gegensatz zur "Zuchtseide" (Maulbeerseide) das Produkt von wildlebenden Eichenspinnern (Antheraea spp.) bezeichnet. Die Allergie war auch hier auf die nicht in ausreichendem Umfang gereinigten bzw. entbasteten Seiden- oder Wildseidenabfälle sowie einen Insektenbefall zurückzuführen.

Ziel und Art der Untersuchung
Ziel der gemeinsamen Studie von BGFA und der Textil- und Bekleidungs-Berufsgenossenschaft, war die systematische Erfassung der Berufskrankheiten, die auf eine Allergie gegen Seide oder Wildseide zurückzuführen sind. Zu diesem Zweck wurden retrospektiv alle 21 im Zeitraum von 1978 bis 1998 gemeldeten Verdachtsfälle einer Berufskrankheit der Nr. 4301 aufgrund einer Allergie auf Seide oder Wildseide im Versicherungsbereich der Textil- und Bekleidungsberufsgenossenschaft anonymisiert ausgewertet. Die Analyse erfolgte in deskriptiver Form (serial case reports) (2).
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