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> BGFA-Info 01/2003 Für Sie gelesen

Endotoxinexposition als Allergieschutz

In der Studie von Braun-Fahrländer et al. wurden Eltern von 6 – 13jährigen Schülern, die in ländlichen Gegenden lebten (Deutschland, Österreich, Schweiz), mittels eines Fragebogens bzgl. Heuschnupfen und Asthma befragt. Von den Kindern wurden außerdem Blutproben hinsichtlich atopischer Sensibilisierung untersucht, das heißt spezifisches IgE und verschiedene Zytokine (IL-10, IL-12, IFNg, TNFa) wurden gemessen. Weiterhin erfolgte eine Bestimmung der Endotoxinbelastung in den Matratzen mittels LAL-Test (= Limulus-Amöbocyten-Lysat-Test; Hämolymphe des Limulus gerinnt bei Endotoxinkontakt).

Möglicherweise führt die frühe Exposition gegen Endotoxine zu einer weitestgehenden Allergentoleranz. Die genauen Mechanismen sind jedoch noch nicht erforscht.
Möglicherweise führt die frühe Exposition gegen Endotoxine zu einer weitestgehenden Allergentoleranz. Die genauen Mechanismen sind jedoch noch nicht erforscht.

Insgesamt konnten die Daten von 812 Kindern erfasst werden. Es zeigte sich, dass die gemessene Endotoxinaktivität des Matratzenstaubs in umgekehrter Beziehung zum Auftreten von Heuschnupfen, atopischem Asthma und atopischer Sensibilisierung standen. Für nicht-atopischen Husten gab es keinen signifikanten Bezug zur Endotoxinbelastung. Auch zwischen der Zytokinproduktion der Leukozyten und den Endotoxinkonzentrationen bestand ein inverser Zusammenhang. Das heißt, dass es bei den Endotoxin-exponierten Kindern zu einer verminderten Zytokinproduktion und somit zu einer verminderter Immunantwort kam.Kommentar:

Die umfangreiche Studie von Braun-Fahrländer et al. bestätigt die Annahme, dass Endotoxinbelastung eine wichtige Rolle spielen kann, wenn es zur Entwicklung von Allergentoleranz kommt. Die Mechanismen mit denen die Endotoxinexposition schützend gegen atopische Krankheiten wirken kann, sind allerdings noch nicht im Einzelnen klar. Möglich ist auch, dass das Endotoxin nur ein Surrogatmarker für andere (mikrobielle) Umgebungs- und sogenannten Lifestyle-Faktoren ist und also letztlich nur indirekt in Bezug zur Allergieentwicklung steht. Dies kann erst durch weitere Forschung geklärt werden.
Braun-Fahrländer C, Riedler J, Herz U, Eder W, Waser M, Grieze L, Maisch S, Carr D, Gerlach F, Bufe A, Lauener RP, Schierl R, Renz H, Nowak D, von Mutius E; Allergy and Endotoxin Study Team: Environmental exposure to Endotoxin and its relation to asthma in school-age children. N Engl J Med 2002; 347: 869-877
VL
Ruhr-Universität Bochum  

So gehts..

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