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Was sind Chemokine?
Eine Zelle kann auf zwei Wegen mit einer anderen Zelle kommunizieren. Sie kann die andere Zelle entweder "berühren" und direkt über Zelloberflächenmoleküle ein Signal aussenden, oder sie kann die Botschaft über lösliche Moleküle und Mediatoren vermitteln. Zu letzteren gehören auch die Zytokine. Sie sind eine sehr heterogene Gruppe interzellulärer Botenstoffe. Sie sind, obwohl sie nur in geringen Mengen von den jeweiligen Zellen ausgeschieden werden, hoch wirksame (bereits in Konzentrationen von 10-15 M) Polypeptide. Ihre Wirkung wird in der Regel über spezifische Rezeptoren vermittelt. Ein Zytokin, das für seine wichtige Rolle im Allergiegeschehen bekannt ist, ist. z.B. das Interleukin 4 (IL-4). Chemokine sind eine Unterfamilie der Zytokine mit starker chemotaktischer Aktivität als Antwort auf Entzündungssignale (z.B. Lipopolysaccharide). Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Asthma, allergische Rhinitis, Multiple Sklerose u.a. findet sich eine erhöhte Chemokinexpression. Eine positive Rolle spielen Chemokine z.B. bei der Wundheilung, der Hämatopoese (Blutbildung) oder der Genesung von Infektionen.
Im Gegensatz zu Zytokinen weisen Chemokine stark konservierte strukturelle Motive auf (drei b-Faltblätter und eine a-Helix). Sie können an verschiedene Chemokinrezeptoren binden und vermitteln ihre Signale über so genannte G-Proteine. Chemokine werden, wie auch andere Zytokine, von einer Vielzahl verschiedener Zellen gebildet und wirken auch auf sie, wobei ihre Synthese jeweils durch zelluläre Aktivierung ausgelöst wird.
Bisher gibt es noch kein einheitliches Nomenklatur für Chemokine, sie werden nach ihrer speziellen Funktion benannt (z.B. MCP-1 = monocyte chemotactic protein 1), nach ihrer zellulären Quelle (z.B. RANTES = regulated upon activation, normal T-expressed and secreted) oder willkürlich wie z.B. das Interleukin IL-8.
Kommentar:
Der Review von HayGlass et al. gibt einen guten Überblick über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Zytokinen und Chemokinen. Besonders interessant ist der Zusammenhang zwischen Chemokinen und Allergie. Sollte sich die Annahme bestätigen, dass das Chemokin IP-10 , das sich in seiner Spezifität gegenüber aktivierten Lymphozyten von anderen Chemokinen unterscheidet, eine wichtige Rolle bei der Pathogenese atopischer Krankheiten spielt, ergeben sich hieraus neue Therapieansätze.
HayGlass KT, Gangur V, Simons ER: Chemokines – An immunoregulatory role in allergy beyond chemotaxis.
ACI International 2000; 12/1: 13-19
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